Persönlicher Rückblick in Schwierigen Zeiten: Das erste Bild eines Schwarzen Lochs

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Vor einem Jahr: Das erste Bild eines Schwarzen Lochs

Genau ein Jahr ist es her, da stellten wir der Welt das erste Bild eines Schwarzen Loches vor. In einer Galaxie namens Messier 87. Sie wissen schon, den orangefarbenen Donut 😉 Ich bekam das Bild natürlich als einer der ersten zu Gesicht. Für mich ein absoluter Gänsehautmoment! Daraufhin hatten wir viele Jahre hingearbeitet und es sah ziemlich genauso aus wie wir es uns anhand von Simulationen ausgemalt hatten.

Das zweite, was mir durch den Kopf ging, war Sorge! Konnten wir uns absolut sicher sein, dass uns bei der komplizierten Bildverarbeitung nicht ein Fehler unterlaufen war, vielleicht war alles nur Wunschdenken?

Wenn Sie als Wissenschaftler ihre Glaubwürdigkeit verlieren, dann können Sie einpacken. Denn die Glaubwürdigkeit ist unser wichtigstes Kapital. Dann rekapitulierte ich, dass wir alle Berechnungen von unabhängigen Teams mit unabhängigen Methoden gemacht hatten und alle kamen zu demselben Bild. Das hat mich dann doch wieder beruhigt.

Für eine unabhängige Wissenschaft

Auch in diesen schwierigen Tagen der Corona-Epidemie müssen wir darauf vertrauen, dass Wissenschaftler, besonders wenn sie ohne kommerzielle Interessen forschen dürfen, alles für ihre Glaubhaftigkeit geben, selbst wenn auch sie nicht immer vor Irrtümern gefeit sind. Deshalb halten sich Politiker, und hoffentlich wir alle, an ihre Empfehlungen, und vermutlich hat das in den letzten Monaten vielen tausend Menschen das Leben gerettet. Ein unschlagbares Argument für eine unabhängige Wissenschaft.